Cattleya
Madeleine
rad 2005-2

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1. Black Hair 6:19
2. Gilberte 5:12
3. La belle voix 6:25
4. September 4:39
5. Jewgeni 5:58
6. Pensiero 2:34
7. Madeleine 5:16
8. Stay 5:14
9. The Green One 5:56
10. As we did it once 4:40
11. 29 months 8:45


Michel Bisceglia: piano
Volker Heinze: bass
Harald Ingenhag: drums
with
Rony Verbiest: accordeon on 2, 3, 7, 11
Gabriel Pérez: alto sax, clarinet on 3, 7
Werner Neumann: guitar on 7
Fabrice Dambrin: first violin on 3, 6, 7
Inge Walraet: second violin on 3, 6, 7
Frank Hellemond: viola on 3, 6, 7
Koen Hellemond: violoncello on 3, 6, 7

Recorded on July 1 & 2, 2002 at Crescendo Studio Genk, Belgium
by Pino Guaracci
Produced by Harald Ingenhag and UK Rattay

 


Eine stilisierte Teetasse auf dem Cover, verschwommen wie etwas beinah
Vergessenes, ein Frauenname als Titel, der eigentlich das gleichnamige
Teegebäck bezeichnet, das in "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit", dem
Hauptwerk des Romanciers Marcel Proust (1871-1922), zum Auslöser verloren
geglaubter Kindheitserinnerungen wird: wie sein Vorgänger "le temps perdu"
(rad 2001-2) verweist auch "Madeleine", das zweite Album des
deutsch-italienischen Piano-Trios Cattleya, ohne Umschweife auf den
Klassiker des großen Franzosen.

Aufgenommen an zwei Sommertagen 2002 im Studio Crescendo im belgischen Genk
unter der Obhut von Toningenieur Pino Guaracci, wird die Kernbesetzung
Harald Ingenhag (Drums, Kompositionen), Michel Bisceglia (Piano,
Arrangements) und Volker Heinze (Bass) diesmal wechselweise ergänzt durch
ein Streichquartett sowie drei Solisten, u.a. dem belgischen
Akkordeon-Virtuosen Rony Verbiest. Auch auf Tonträger ist dies eine
sinnvolle Entwicklung, nachdem diese Besetzung im Sommer 2001 auf der Burg
Wilhelmstein bei Aachen das viel beachtete Projekt "Verlorene Zeit" mit dem
als deutsche Synchronstimme Robert De Niro's bekannten Christian Brückner
als Sprecher erfolgreich uraufgeführt hat.

Das Album beginnt mit einem Verweis auf die eigene Geschichte: "Black Hair"
ist das erste, bereits 1990 gemeinsam komponierte Stück von Ingenhag und
Bisceglia und ist damit so alt wie ihre Zusammenarbeit. "Gilberte"
illustriert die erste Liebe des Erzählers und "Madeleine" sein Glück über
die unerwartet wiedergefundene Erinnerung.

Das opulent intrumentierte "La belle voix" speist sich musikalisch zwischen
Tango, Nyman-Soundtracks und den Folk-Aspekten bei Jan Garbarek aus
unterschiedlichsten Inspirationsquellen, während "29 Months" das Ende einer
Liebesbeziehung nachklingen läßt. Das musikalisch leicht gegen den Strich
gebürstete "September" versieht diesem gleichermaßen literarisch wie
persönlich gefärbten Album die notwendige "Beule".

Lyrisch, impressionistisch und leicht fließend, profitieren die manchmal
nachgerade hauchdünnen Strukturen rhythmisch oft von den pointiert
zugreifenden Streichern, und die moderate Improvisationskunst strahlt
Lebensfreude aus. Emotion wird auch am Abgrund nicht gemieden, in ein
kafkaeskes Vorhöllenfeuer allerdings wird man nicht geworfen. Diese Musik,
wie auch Proust's literarische Kunst in all ihrer Schwere, will schön sein
und traut es sich.

 

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